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E3: Schwer (be)greifbares Unentschieden

Das nächste Spiel der E3 Adler in der Gruppe 7 der Meisterrunde, gleichzeitig der 6. Spieltag, führte sie auswärts zum FV 09 Eschersheim. Man fuhr dorthin, um einen wichtigen und durchaus auch mit Blick auf die Tabelle eingeplanten Dreier einzuholen – es sollte anders kommen, der Reihe nach:

Zum Zunge schnalzen

Bekanntermaßen basiert unser Spiel vor allem auf effizienten und schnellen Pässen gegen oft körperlich überlegene Mannschaften. Der Trainer forderte vor Anpfiff entsprechend genau dieses Passspiel und Spielfreude – und die Jungs lieferten: Die ersten 10-15 Minuten waren zum Zunge schnalzen. Der Gastgeber kam kaum zu Ballberührungen, während die E3 Adler den Ball in ihren eigenen Reihen – alle waren beteiligt, auch der Ersatztorwart – auf eine Weise zirkulierten, die (auch bei den Gegnern) zu Recht Staunen hervorrief und Anerkennung fand. Und als diese schönen Spielzüge und Laufwege sowie Konsequenz und Zielstrebigkeit dann auch noch zu tollen 3 Toren führten, sah alles nach einem souveränen Auswärtssieg aus. Doch es sollte anders kommen und das Spiel war mitnichten nach 15 Minuten bereits vorbei: Ein vermeintlich harmloser Rückpass entzog sich auf dem leicht glatten Kunstrasenplatz der angedachten Kontrolle und vielleicht war der Blick auch schon wieder nach vorne gerichtet, als der Ball gefühlt in Zeitlupe ins eigene Tor kullerte. Das kann passieren und insbesondere von der Außenlinie kamen aufmunternde Worte. Doch nachdem kurze Zeit später der Anschlusstreffer für die Gastgeber fallen sollte, merkte man von außen eine Reaktion bei unseren Jungs – und zwar eine, die man geglaubt hatte, ausreichend besprochen und abgestellt zu haben: Die Körperspannung hat merklich an Kompaktheit verloren, die Körpersprache ließ abfallendes Selbstbewusstsein erkennen, die Kommunikation sowie Kommentierung auf dem Feld rieb sich an Nebensächlichkeiten auf und die teilweise körperlich geführten Zweikämpfe wurden gemieden oder von vorne herein verloren gegeben. Und daran sollte auch das etwas glücklich zustande gekommene 4:2 und die Gunst der Halbzeitpause zur Neuausrichtung nichts nachhaltig ändern.

Es wurde wild

Auch nach dem Seitenwechsel war deutlich ein Bruch im Spiel der E3 Adler zu erkennen – und man fragte sich, warum. An den sehr kalten Temperaturen am frühen Samstagmorgen, immerhin blieb es trocken, und dem wie bereits erwähnt etwas seifigen Untergrund lag es sicher nicht, auch wenn das hier und da anklingen sollte – damit hatten ja beide Mannschaften zu tun. Natürlich lässt sich eine Liste füllen mit vermeintlichen Widrigkeiten und unglücklichen Umständen: Am Abend zuvor hatten wir unsere Weihnachtsfeier und das Gefühl, gemeinsam mit Eltern und Geschwistern eine wirklich tolle Zeit dabei verbracht zu haben (zu lang?). Kurz nach dem Aufstehen kam eine weitere (nach der von Freitag) kurzfristige, krankheitsbedingte Absage hinzu. Unter der Woche, als der Kader noch groß genug schien, hatte man einen Spieler auf Wunsch für eine andere Germania Mannschaft abgestellt, der somit nicht mehr spielberechtigt war. Im 2. Spielabschnitt musste unser (zweiter) Ersatztorwart verletzungsbedingt runter (so dass wir einen dritten brauchten) – glücklicherweise konnte er im Anschluss noch einmal eingreifen – und die Jungs mussten teilweise auf Positionen aushelfen, auf denen sie sich sichtlich wenig wohl fühlten. Und dennoch, siehe oben, es kommt darauf an, wie man damit umgeht. Und das haben unsere erfolgsverwöhnten E3 Adler heute als Team einfach nicht gut gemacht. Trainer und Betreuer haben es nicht geschafft ihnen die richtige Reaktion zu übermitteln, es konnte nicht das umgesetzt werden, was wir uns vorgenommen hatten. Und es wurde nun wild, die Jungs begannen sich gegenseitig zu beschuldigen und zu verunsichern, Laufwege wurde teilweise nicht mehr gemacht, es gab wenig Aufbäumen. Der Gastgeber, der spielerisch zu gefallen wusste, kam nun auch mit schönen Distanzschüssen zum Ausgleich und selbst nach dem unglücklichen Eigentor, das uns noch einmal in Führung brachte, konnte ausgeglichen werden: Sie wollten es über den Großteil der Spielzeit mehr als unsere Jungs, die durchaus die Gelegenheit hatten am Ende doch die 3 Punkte mitzunehmen – es sollte nicht sein und passt zu der Leistung heute.

Unter dem Strich: Das Spiel der E3 Adler führte heute zu einem schwer (be)greifbaren Unentschieden. Der Trainer war zu recht sauer. Es kann noch so viele Widrigkeiten und vermeintliche Ungerechtigkeiten geben – wichtig (auch im Leben) ist, wie man damit umgeht: Charakter, mentale Stärke, Selbstbewusstsein (trotz Widrigkeiten) und Wille. Und heute war das nichts und wir hoffen, dass die Jungs das sehr schnell lernen und verstehen werden und sich zukünftig besser behaupten! Wir wissen, dass sie ein Team sind, und was für eins, das hat nicht erst der gestrige Abend mit der Weihnachtsfeier gezeigt – umso schwieriger ist es für den ein oder anderen, das heutige Spiel zu verdauen. Trainer und Betreuer (sowie Eltern) werden sich wie gewohnt Gedanken machen – dabei sich selbst hinterfragen und reflektieren – und dafür sorgen, dass auch nach heute die Entwicklung weiter stimmt.

Es ist sehr bedauerlich, dass dabei heute fast untergegangen ist, dass unsere Nummer 9 nach mehrmonatiger Verletzung endlich wieder für ein paar erste Minuten auf dem Platz stand: Willkommen zurück – schön, dass du wieder dabei bist und wir freuen uns darauf, Dich bald wieder im Vollbesitz Deiner Kräfte bei uns zu haben!

Das Schöne und Positive nach dem heutigen Spiel ist: Morgen gibt es direkt die Chance für die Jungs es besser zu machen. Und wir sind zuversichtlich, dass sie das beim Budenzauber – organisiert von Makkabi – auch wollen und zeigen werden und am Ende wieder ihr herzliches Lachen zeigen ;-)!

Eingesetzt wurden (in alphabetischer Reihenfolge, Tore in Klammern): David (1), Diego (TW), (Eigentor: 1) Lasse (1), Levi (TW), Maxime, Paul (TW, 1), Paulo, Ruben (1) – Trainer: Mauro