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C1: zwei unterschiedliche Halbzeiten

Zwei Halbzeiten, zwei Gesichter! Germania meldet sich eindrucksvoll zurück!

Nach der ersten Saisonniederlage gegen die SpVgg Kickers Frankfurt war die Marschroute für den vierten Spieltag klar: Die Adler wollten zurück in die Erfolgsspur und mit einem weiteren Dreier den Anschluss an die Tabellenspitze halten. Mit der TSG Niederrad wartete ein eher unbekannter und schwer einzuschätzender Gegner. Auf der schönen Sportanlage präsentierte sich Germania erstmals in den neuen, komplett weißen Auswärtstrikots. Auch im Tor gab es eine Premiere: Unsere neue Torhüterin durfte erstmals zwischen den Pfosten stehen. Doch was sich anschließend auf dem Platz abspielte, dürfte sich der Trainer ganz anders vorgestellt haben.

Von Beginn an fanden die Adler überhaupt nicht in ihren gewohnten Spielfluss. Statt eines kontrollierten Spielaufbaus und sauberer Kombinationen versuchte man es immer wieder mit langen Bällen nach vorne. Die Folge waren zahlreiche Ballverluste und gefährliche Konter der Gastgeber. Zwar gelang Germania die 1:0-Führung, doch Niederrad antwortete prompt mit dem Ausgleich. Auch die erneute Führung brachte keine Ruhe ins Spiel. Wieder schlugen die Gastgeber zurück und stellten auf 2:2.

Was war nur mit den Adlern los?

Es fehlte an Konzentration, Spielintelligenz und der nötigen Disziplin, die taktischen Vorgaben umzusetzen. An der Seitenlinie wurde der Ton zunehmend deutlicher, denn die Mannschaft machte sich das Leben durch ihr eigenes Spiel unnötig schwer. Immerhin sorgte ein sehenswerter Distanzschuss kurz vor dem Halbzeitpfiff für die erneute Führung. Mit einem knappen 3:2 ging es in die Kabine.

Deutliche Worte in der Kabine und eine völlig andere Germania! Die Halbzeitansprache fiel entsprechend intensiv aus. Der Trainer machte unmissverständlich klar, dass die gezeigte Leistung nicht dem Anspruch und den Möglichkeiten dieser Mannschaft entsprach. Von der Spielfreude, der Laufbereitschaft und dem Kombinationsfußball, den die Jungs unter der Woche im Training gezeigt hatten, war in den ersten 35 Minuten kaum etwas zu sehen gewesen. Die Forderung für den zweiten Durchgang war eindeutig: Weniger Einzelaktionen, mehr Zusammenspiel, mehr Konzentration und endlich wieder Fußball spielen!

Und die Botschaft kam an!

Mit Beginn der zweiten Halbzeit stand plötzlich eine völlig andere Germania auf dem Platz. Der Ball lief wieder durch die eigenen Reihen, Doppelpässe, schöne Kombinationen und mutige Offensivaktionen bestimmten zunehmend das Geschehen. Die Adler fanden ihren Rhythmus und zeigten endlich den Fußball, der diese Mannschaft auszeichnet. Tor um Tor wurde die Führung ausgebaut. Mit deutlich mehr Spielfreude, Struktur und Konsequenz im Abschluss entschieden die Gäste den zweiten Durchgang mit 6:1 für sich.

Am Ende stand ein deutlicher 9:3-Auswärtserfolg auf der Anzeigetafel!

Fazit: Die richtige Reaktion, aber auch eine wichtige Lektion!

Mit dem dritten Sieg im vierten Saisonspiel meldet sich Germania nach der Niederlage gegen die Kickers eindrucksvoll zurück und bleibt mit neun Punkten in Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Allerdings erzählt das deutliche Endergebnis nur die halbe Geschichte. Die TSG Niederrad machte es den Adlern über weite Strecken deutlich schwerer, als es das 9:3 vermuten lässt. Besonders die erste Halbzeit zeigte, dass auch vermeintlich unscheinbare Gegner gefährlich werden können, wenn Konzentration, Disziplin und spielerische Ordnung fehlen. Umso erfreulicher war die Reaktion nach dem Seitenwechsel. Die Mannschaft bewies, dass sie in der Lage ist, Fehler zu korrigieren, Vorgaben umzusetzen und sich innerhalb einer Partie deutlich zu steigern. Dennoch bleibt die Erkenntnis, dass sich die Adler solche Leistungsschwankungen gegen stärkere Gegner nicht erlauben dürfen. Über volle 70 Minuten konzentriert und geschlossen aufzutreten, bleibt eine der wichtigsten Aufgaben dieser noch jungen Großfeldsaison.

Am Ende überwog die Freude über drei weitere Punkte, eine starke zweite Halbzeit und den gelungenen Weg zurück in die Erfolgsspur.